Fragen und Antworten
Weitere Informationen zur Psychosomatische Therapie
Wie stärkt die psychosomatische Behandlung das Zusammenspiel von Körper und Seele?
Wenn unsere Psyche belastet ist, kann sich das auch durch zahlreiche körperliche Symptome äußern. Erkrankungen, die den Körper betreffen, sich aber nicht auf körperliche Ursachen zurückführen lassen, nennt man somatoforme Störungen. Oft hilft eine Psychotherapie deshalb, körperliche Symptome zu heilen. Ebenso können körperliche Krankheiten negative Auswirkungen auf unsere Psyche haben oder sogar die Entstehung von psychischen Erkrankungen begünstigen. Häufig ist es bei der Diagnostik von Erkrankungen nicht einfach, zwischen körperlichen und psychischen Ursachen der Symptome zu unterscheiden. Deshalb ist eine Behandlung, die sowohl die körperliche als auch die seelische Gesundheit im Blick hat, besonders wirksam.
Anknüpfend an diese Überlegungen werden passende Therapiemöglichkeiten für eine ganzheitliche Behandlung des Patienten herausgesucht. Meist handelt es sich dabei um Kombinationen verschiedener Methoden, wie beispielsweise medikamentöser und psychotherapeutischer Interventionen. Wenn aktuell Probleme im sozialen Alltag vorliegen, wie finanzielle Schwierigkeiten, Probleme mit der Wohnsituation oder dem Arbeitsplatz, kann zusätzlich auch eine Beratung durch Sozialarbeiter erfolgen. Bei der Behandlungsplanung versuchen Therapeut und Patient gemeinsam eine Behandlungsstrategie zu finden, die von beiden gleichermaßen als sinnvoll und zielführend erachtet wird. Die Ziele, die durch bestimmte therapeutische Maßnahmen erreicht werden sollen, werden transparent formuliert. Der Patient soll aktiv Verantwortung für das Erreichen dieser Ziele übernehmen. Die eigene Motivation und der Wille zur Veränderung sind dabei ausschlaggebend.
Die Oberberg Fachkliniken für psychosomatische Therapien bieten einen ganzheitlichen Behandlungsansatz nach modernsten wissenschaftlichen Standards an. Zu einer erfolgreichen Therapie gehören dabei meist mehrere therapeutische Elemente. Je nach individueller Diagnose und Schweregrad der Erkrankungen kombinieren wir bei Oberberg bewährte und innovative psychotherapeutische, pharmakologische und weitere Behandlungsverfahren. Dabei erfolgt parallel eine engmaschige therapeutische und medizinische Betreuung, sodass eine effektive und langfristige Verbesserung der psychischen und körperlichen Gesundheit möglich wird.
Was ist psychosomatische Medizin?
Die Psychsoomatik ist in ihrer Betrachtungsweise komplementär zur (somatischen) Medizin. Dabei integriert und ergänzt sie die somatische Medizin jedoch und legt eigene Schwerpunkte auf verschiedene Faktoren, je nach Krankheitsbild.
In der psychosomatischen Medizin wird davon ausgegangen, dass Körper und Geist keine unabhängigen Einheiten sind. Im Gegenteil – die körperliche und die geistige Funktionsweise sind eng miteinander verknüpft. Bei der Entstehung von Krankheiten wird von einem sogenannten biopsychosozialen Modell ausgegangen. Das bedeutet, dass sich Krankheiten mit körperlichen oder psychischen Symptomen am besten durch ein integratives Entstehungsmodell erklären lassen, in dem körperliche, psychische und Umweltfaktoren gleichermaßen berücksichtigt werden. Genauso wie sich die Entstehung von bestimmten Erkrankungen nicht allein aus einem der drei Aspekte erklären lässt, sondern multifaktoriell bedingt ist, soll auch die Heilung ganzheitlich, unter der Beachtung aller Faktoren erfolgen. Die Wechselwirkungen von Körper, Psyche und Umwelt stehen dementsprechend im Mittelpunkt der Anamnese (Vorgeschichte der Krankheit) sowie der Behandlung der Krankheit durch psychosomatische Medizin.
Am Beispiel Stress lässt sich das psychosomatische Grundkonzept gut nachvollziehen: Stress betrifft zunächst das psychische Erleben. Jeder kennt körperliche Reaktionen auf Stress wie beispielsweise Verspannungen oder Rückenschmerzen. Das Zusammenspiel von Körper und Psyche ist bei Stress sehr komplex und äußert sich vor allem auch auf neurochemischer und hormoneller Ebene: Stressreaktionen führen zu einer Ausschüttung von Stresshormonen wie beispielsweise Kortisol. Ein langfristig hohes Stresslevel kann das hormonelle Gleichgewicht verändern und damit auch die Immunabwehr des Körpers beeinträchtigen. Deshalb erhöht Stress zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Psychosomatische Therapien helfen dabei, langfristig Stress zu reduzieren und so auch negative körperliche Auswirkungen eines erhöhten Stresslevels abzufangen.
Es kann dazu kommen, dass für körperliche Beschwerden keine organische Ursache gefunden werden kann, sie jedoch zu anhaltendem Leidensdruck führen.
Am häufigsten sind es folgende Symptome:
- Brustschmerzen
- Kopfschmerzen
- Rückenschmerzen
- Bauchschmerzen
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Schwindel
- Atemnot
Es können auch mehrere Symptome in verschiedenen Regionen des Körpers gleichzeitig auftreten oder sich abwechseln. Wenn Ärzte die Symptome/das Symptom nicht medizinisch bzw. organische erklären, so suchen Betroffene häufig immer wieder neue Praxen auf, um wieder dieselbe für sie oft unbefriedigende Antwort zu erhalten. Dies kann zu zusätzlichem Stress bei Betroffenen führen, sowie begleitenden Emotionen wie Frustration, Wut und Scham. Sollten keine körperlichen Ursachen für Ihre Beschwerden feststellbar sein, kann eine psychosomatische Therapie häufig zur Besserung oder Heilung der Beschwerden führen.
Was passiert bei einer psychosomatischen Behandlung?
Wenn Sie sich für eine psychosomatische Behandlung entschließen, erfolgt zuerst eine gemeinsame Aufarbeitung Ihrer Krankheitsgeschichte mit dem Therapeuten. Dabei wird der Verlauf von körperlichen Beschwerden erfragt und ein Auftreten von psychischen Beschwerden. Im Rahmen der Anamnese werden auch Bezüge zur Biografie hergestellt. Dabei kann die Kindheit eine wichtige Rolle spielen, aber auch einschneidende Lebensereignisse im späteren Leben wie Trennungen, Todesfälle oder große Veränderungen des Alltags. Im Anschluss werden die aktuelle körperliche und psychische Verfassung sowie die Lebensumstände in Bezug zueinander gesetzt. Wichtig sind hierbei gegenwärtige und vergangene Beziehungskontexte. Die Beziehungen zu den Menschen im Leben, die einem am wichtigsten sind, haben oft einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit: Sichere Bindungen tragen zur Gesundheit bei, während konfliktbeladene Beziehungen, Beziehungsabbrüche oder Einsamkeit zu gesundheitlichen Problemen führen können. Weiterhin sind auch die Ressourcen und Fähigkeiten der Patienten ein wichtiges Element, das erfragt wird, um schließlich geeignete Therapieansätze für die individuelle Situation des Betroffenen zu wählen.
Warum lohnt sich eine stationäre Behandlung?
Eine stationäre psychosomatische Therapie hat sich wissenschaftlich als besonders wirksam gezeigt: In einer Vielzahl von Studien wurde ein eindeutiger Rückgang von Beschwerden bei den Behandelten nachgewiesen. Leiden wie Angst- oder Depressionssymptome, aber auch somatoforme Symptome (körperliche Reaktionen auf psychische Belastungen) nehmen ab. Eine eindeutige Verbesserung der Lebensqualität zeigt sich auch noch zwei Jahre nach einer stationären Behandlung. Die Dauer des Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik umfasst meist vier bis zehn Wochen. Dabei gibt es tägliche Therapie-, Sport- und Freizeitangebote. Ärzte und Psychologen erstellen wöchentlich zusammen mit dem Patient einen Zeitplan aus Therapieangeboten, die auf das Krankheitsbild, die Fähigkeiten und die Interessen des Patienten zugeschnitten sind. Während der Dauer des Aufenthalts verfolgen unser Fachexperten bei Ihnen die somatischen und psychischen Veränderungen im Verlauf der Behandlung.
In einem stationären Setting fällt es leicht, sich aus den Denk- und Handlungsmustern zu befreien, die im Alltag so einnehmend sind und positive Veränderungen blockieren. Das heilsame und wertschätzende Umfeld in der Klinik ermöglicht es, Veränderungen zuzulassen, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Kraft für den Alltag zu schöpfen. Bei Gruppentherapien und Freizeitaktivitäten während des stationären Aufenthalts werden Verbindungen zu anderen Menschen aufgebaut, wodurch Patienten viel über ihre eigenen Beziehungsstil lernen und neue positive Erfahrungen im zwischenmenschlichen Kontakt sammeln können. Bei Kreativ-, Tier- oder Sportangeboten entdecken Patienten ihre Fähigkeiten und Interessen, die im Alltag zu neuer Lebensqualität führen können.